Kriterien zur Fahrzeugwahl – auf die Usability kommt’s an 1 Kommentar


usabilityIn den vergangenen drei Monaten wurde ich sehr häufig von Familienvätern gefragt, welches Fahrzeug ich Ihnen für Ihre persönliche Situation aktuell raten würde.  Selbst nach Studium dieses Weblogs würde ich nicht jedem zu unserem Kawa4Five-Sieger 2014 raten, zumal die Lieferzeiten bei Clever leider erheblich gestiegen sind. Andererseits bilde ich mir auch nicht ein, den Fahrzeugmarkt vollständig zu kennen und alle lokalen Schnäppchen beurteilen zu können. Weil ich aber im Berufsleben IT- und Prozessberater bin, traue ich mir zu über Fragen bei der Entscheidungsfindung behilflich sein zu können. Aus der Perspektive des „Familienkastencampers“ kann ich nämlich ergänzende Kriterien aus dem Campingalltag liefern, die gerade Neulingen nicht so bewusst sind. Der Fokus liegt dabei auf der sogenannten Usability, auf dem Gebrauchsnutzen, der sich erst durch mehrfachen Urlaub herausbildet. Wenn Ihr mich also ansprecht (und das dürft Ihre gerne tun) wird es ein längeres Telefonat werden.

Die gängigsten Fragen sind:

  • Wie groß und alt sind die Familienmitglieder?
  • Nutzt Ihr vornehmlich Camping- oder Stellplätze? Wie oft wollt Ihr frei stehen?
  • Was sind die bevorzugten Urlaubsländer? warm, kalt, trocken, nass, dunkel, hell, Ungeziefer, Maut…
  • Wie häufig, wie lange im einzelnen und zu welchen Jahreszeiten werdet Ihr das Fahrzeug hauptsächlich nutzen?
  • Wie viel Stauraum ist für welche Sportgerät/Hobbyzubehör reserviert?
  • Wie gestaltet sich Euer Abend? Wer geht wann zu Bett?
  • Seid Ihr Hopper (täglich wechselnde Plätze) oder Hocker (Langzeit-Steher)?
  • Welche Limits gelten bei Euch für Budget, Umweltzone, Tonnage, Fahrzeugabmessungen und Geschwindigkeit?
  • Welches Zubehör stellt welchen Nutzen für Euch dar?

Nach gemeinsamer Erörterung werden sich daraus weitere Kriterien für Eure persönliche Fahrzeugauswahl ergeben.

Nachher ist man schlauer, aber bitte noch vor dem Fahrzeugkauf!


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Ein Gedanke zu “Kriterien zur Fahrzeugwahl – auf die Usability kommt’s an

  • Klaus Hestert
    Klaus Hestert Autor des Beitrags

    Nach den Beratungserfahrungen der jüngsten Zeit sollte ich vielleicht noch einige Ergänzungen machen:
    Das Leben zu fünft im Kastenwagen ist Kompakt-Camping mit PKW-ähnlicher Fahrdynamik. Wenn also jemand eine gigantische Liegefläche für seine Kinder bevorzugt, selbst auf einer KaWa-Doppelsitzbank Engegefühle hat und zudem mit einer Maximalgeschwindigkeit von 90km/h zu nahe gelegenen Urlaubsorten fährt, dann ist er besser mit einem Alkoven-Modell beraten. Kastenwagen haben eine typische Jahreslaufleistung von ca 20Tkm, werden wegen ihrer Außenmaße häufig von Hoppern (siehe oben) gewählt und schwimmen im fließenden PKW-Verkehr mit. Das Raumvolumen im Kastenwagen ist im Vergleich zum Nasenbären aber deutlich geringer – das dankt wiederum der Spriterbrauch.